Eine Bildschirmaufnahme zeigt die Oberfläche eines bestimmten Tages, und unsere Oberfläche ändert sich jede Woche. Außerdem braucht jede Demo sechzehn Fassungen: zwei Themes mal acht Sprachen. Demo Studio speichert deshalb die Bedienschritte und spielt sie in der echten Anwendung ab.
Sechzehn Fassungen derselben Minute
Die Anwendung gibt es in acht Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch und Polnisch. Sie lässt sich hell oder dunkel darstellen. Eine Kanzlei in Köln sieht die Demo auf Deutsch, eine in Lyon auf Französisch. Wer im dunklen Modus arbeitet, erkennt eine helle Aufnahme sofort als fremd.
Zwei mal acht ergibt sechzehn, und diese Zahl wächst mit jeder weiteren Sprache. Übersetzte Beschriftungen reichen dabei nicht. Eine deutsche Demo muss zeigen, wie die Anwendung eine Steuer-Identifikationsnummer, eine deutsche IBAN oder eine Sozialversicherungsnummer erkennt.
Jede Sprachfassung braucht also eigene Beispieldokumente und eigene Funde. Untertitel über einer englischen Aufnahme würden zeigen, dass das Produkt für einen anderen Markt gedacht ist. Jede Änderung an der Oberfläche trifft deshalb sechzehn Videos auf einmal, und bei einer wöchentlich geänderten Oberfläche hört das Nachdrehen nie auf.
Was die gängigen Werkzeuge festhalten
Wir haben mit einem fertigen Werkzeug für Demovideos begonnen. Der Markt ist gut besetzt: Arcade, Storylane, Supademo und Trupeer gehören zu den bekannteren Namen. Sie erfassen den Bildschirm als Video, als Folge von Screenshots oder als Abbild der Seite und bereiten das Erfasste auf. Für die meisten Teams ist das die vernünftige Wahl.
Ein Produkt in einer Sprache, dessen Oberfläche sich alle paar Monate ändert, ist damit an einem Nachmittag vorführbar. Welche Sprach- und Theme-Varianten diese Anbieter im Einzelnen bieten, haben wir nicht systematisch geprüft. Wir behaupten auch nicht, dass sie etwas nicht können.
Unser Einwand betrifft den Ansatz. Erfasst wird ein Zustand der Oberfläche. Ändert sich die Oberfläche, ist dieser Zustand veraltet, und keine Nachbearbeitung macht aus einem alten Bild ein neues. Mit zwei Themes, sieben Sprachen und wöchentlichen Änderungen kam unser erstes Werkzeug deshalb nicht mehr mit.
Gespeichert werden die Bedienschritte
Demo Studio speichert, was die vorführende Person getan hat: ein Dokument in der Bibliothek öffnen, auf Erkennen klicken, einen Fund auswählen, Kodieren wählen, den Überprüfen-Dialog öffnen. Wie der Bildschirm dabei aussah, hält es nicht fest. Die Demo ist damit eine Abfolge von Anweisungen, die sich beliebig oft neu abspielen lässt.
Aus sechzehn Aufnahmen werden so sechzehn Wiedergaben derselben Schritte, jeweils mit anderem Theme und anderer Sprache. Eine geänderte Oberfläche verlangt keinen Nachdreh, weil die nächste Wiedergabe ohnehin auf der neuen Oberfläche läuft. Demo und Produkt können nicht auseinanderlaufen, weil in der Demo das Produkt selbst läuft, mit vorbereiteten Daten.
Wie das technisch funktioniert
Abgespielt wird auf der Route /demo unserer Website. Dort läuft im Browser die echte Oberfläche der Desktop-Anwendung: dieselben React-Komponenten, dasselbe CSS, dieselben Sprachdateien. Die Website bindet diesen Code über den Webpack-Alias @desktop/* direkt aus dem Quellverzeichnis der Desktop-Anwendung ein. Jede Änderung an der Anwendung kommt so beim nächsten Build in der Demo an.
Ausgetauscht werden nur die Stellen, an denen die Anwendung mit ihrer Umgebung kommuniziert. Auf dem Desktop sind das ein lokaler Hintergrundprozess und die Tauri-Hülle, die es im Browser nicht gibt. Ein NormalModuleReplacementPlugin ersetzt deshalb beim Build die Programmierschnittstellen durch Stellvertreter mit vorbereiteten Antworten und die Tauri-Aufrufe durch Attrappen. PDF-Seiten rendert pdf.js im Browser.
/demo ist die Seite, auf der Demo Studio rendert. Wer promptShield selbst ausprobieren möchte, nutzt die kostenlose Web-Anwendung unter app.promptshield.ca, mit echter Erkennung für eigene Dokumente. Das Dokument verlässt dabei das Gerät nicht. „100 % offline“ gilt für die Desktop-Anwendung, denn die Web-Anwendung meldet beim Start anonym, dass sie geöffnet wurde.
Warum sich der Eigenbau rechnet
Gemietet ist die erste Demo billig. Danach kostet jede Oberflächenänderung Handarbeit, sechzehnmal und immer wieder.
Beim Eigenbau steht am Anfang ein Werkzeug samt Stellvertretern für jede Schnittstelle, die die Oberfläche aufruft. Danach kostet eine Änderung einen Build und die Rechenzeit für sechzehn Wiedergaben. Welcher Weg günstiger ist, hängt davon ab, wie oft sich die Oberfläche ändert. Bei uns ändert sie sich oft.
Ein einzelner Gründer kann ein solches Werkzeug heute mit KI-Modellen in wenigen Tagen bauen. Vor wenigen Jahren hätte das ein kleines Team wochenlang gebunden, und für uns wäre nur das Mieten in Frage gekommen. Dieselbe Abwägung haben wir bei dem Teil vorgenommen, den wir verkaufen, und dort begründet, warum wir die Erkennung selbst gebaut haben.
Was ein deutscher Prüfer an einer Demo abliest
Viele unserer Kunden sind Kanzleien, Praxen und Steuerberatungen, für die § 203 StGB unabhängig von der DSGVO gilt. Wer bei ihnen ein Werkzeug einführt, wird nach dem Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, nach dem Ort der Verarbeitung und nach Belegen gefragt. Diese Leser vergleichen eine Demo später mit dem, was sie installiert haben. Zeigt sie eine Funktion an einer Stelle, an der sie nicht mehr sitzt, weckt sie Misstrauen.
In unserer Demo sind die Komponenten zu sehen, die auch ausgeliefert werden. Das stellt die Bauweise sicher, nicht die Sorgfalt.
Grenzen des Verfahrens
Verschwindet ein Bedienelement, das ein Schritt anklickt, oder ändert sich ein Ablauf grundlegend, müssen die Schritte angepasst werden. Das ist Handarbeit, fällt aber nur einmal an statt sechzehnmal.
Auch die Daten in der Demo sind vorbereitet, und eine Demo belegt deshalb nicht, wie gut die Erkennung bei Ihren Dokumenten arbeitet. Keine lokale Erkennung findet jede Angabe. Die Anwendung verlangt, dass ein Mensch die Funde im Überprüfen-Dialog bestätigt, bevor eine geschützte Datei heruntergeladen werden kann. Eigene Dokumente testen Sie besser in der kostenlosen Web-Anwendung.
Schließlich lohnt sich das Verfahren nur, wenn sich die Oberfläche oft ändert und in vielen Varianten vorliegt. Ein Produkt in einer Sprache und einem Theme braucht es nicht.
Häufige Fragen
Warum kein fertiges Werkzeug für Bildschirmaufnahmen?
Eine Bildschirmaufnahme hält einen Zustand der Oberfläche fest, und jede Änderung lässt ihn veralten. Bei sechzehn Fassungen pro Demo, zwei Themes mal acht Sprachen, vervielfacht sich jeder Nachdreh. Für ein Produkt mit einer Sprache und seltenen Änderungen sind Arcade, Storylane, Supademo oder Trupeer die naheliegende Wahl.
Was passiert, wenn sich die Oberfläche ändert?
Nach dem nächsten Build spielt Demo Studio die gespeicherten Schritte in der neuen, echten Oberfläche ab und rendert alle Fassungen neu. Angepasst werden müssen die Schritte nur, wenn einer auf ein entferntes Bedienelement zielt.
Wie hält man acht Sprachen im Gleichschritt?
Die Sprache wird erst beim Rendern festgelegt. Die Oberfläche nutzt dieselben Sprachdateien wie die ausgelieferte Anwendung, und jede Sprachfassung hat eigene Beispieldokumente mit den Kennungen ihres Landes.
Ein Demowerkzeug ist eine kleine Entscheidung. Sie zeigt aber, wie wir ein Unternehmen mit einem einzigen Menschen führen wollen: Wiederkehrende Arbeit wird einmal sorgfältig beschrieben und dann Maschinen überlassen. So kann ich meine Zeit in das Produkt stecken.